Aktuelle Konferenzen und Ausstellungen/ Conférences, expositions actuelles

 

2017 (Juni) (2012)

Konferenz/ Conférence

Ein Bildungskonzept für den Euro-(Afro-)Mediterranen Raum, verstanden als Raum gemeinsamer Wissensbestände und -dynamiken? Bereits 2012 hat die Stiftung Wissensraum Europa-Mittelmeer (WEM) in Verbindung mit dem Institut für Pädagogik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) eine internationale Konferenz organisiert, die dazu beitragen sollte, Ideen für ein solches Bildungskonzept zu entwickeln. Nachdem manche dieser Ideen da und dort in den euro-afro-mediterranen Dialog hineingewirkt haben, soll ihre Veröffentlichung in Form eines Berichts  ihren gedanklichen Zusammenhang und ihre konzeptuelle Grundlage vermitteln. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Konferenz kamen aus  Deutschland und Frankreich, aus Tunesien und Marokko und aus dem subsaharischen Afrika (Senegal und Mali).

Bernd Thum, in Verbindung mit Jürgen Rekus:

Sozialisation und Bildung im Euro-Mediterranen Raum.

Bericht über die Internationale Konferenz vom 12. bis 15. Juni 2012  im Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), Stuttgart.

Inhalt: Teilnehmer und Rahmen – Charakter der Beiträge -Grundlegung: Wissen und Wissensraum – Sozialisation – Bildung – Ein kooperatives Bildungsprojekt für den euro-mediterranen Wissensraum – Schlussbemerkung – Ausblick: Was ist zu tun?

 


2017 (April) Konferenz, Conférence

Jeder Flüchtling – so Udo Steinbach – sei eine Erinnerung daran, die Verhältnisse im Euro-Mediterranen Raum neu zu ordnen. Neue Sehweisen seien nötig, um zu verstehen, was sich seit der Banken-, Finanz-und Wirtschaftskrise 2008 und dem ‚Arabischen Frühling‘ 2011 dort ereigne, verstärkt durch die Krise auch in Europa selbst. Um Wege zu einer gemeinsamen friedlichen  Zukunft  zu finden, sei eine „inklusive“ Wahrnehmung geboten, die auch den  Blick auf die Geschichte beinhalte und die verbindende Potentiale von Kultur und Kulturen erschließe.

Zusammen mit Rupert Graf Strachwitz, Executive Director und inspirierende Instanz der Maecenata-Stiftung, mit Eleftherios Ikonomou, Direktor von Arts ctc.: Intercultural Dialogues und früherer Direktor der Griechischen Kulturstiftung in Berlin, mit Pierantonio Rumignani und Fides Sachs (Maecenata Stiftung) war Professor Udo Steinbach, Leiter des Governance Center Middle East | North Africa/ Humboldt-Viadrina Governance Platform und auch Mitglied der Stiftung WEM e.V., einer der Initiatoren der

Konferenz

Remember for the Future – The Mediterranean as a Memory Space

Erinnerung für die Zukunft – das Mittelmeer als Erinnerungsraum

Die Konferenz fand vom 24.-27. April in Heraklion auf Kreta statt. Veranstalter waren die Maecenata Stiftung, das Governance Center Middle East | North Africa und die Region Kreta. Die etwa 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus  Ägypten, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Jordanien, Libanon, Marokko, Türkei, UK, USA und Zypern.

Sitzungsthemen der englischsprachigen Konferenz waren: Fiddling while Rome burns (Herumbasteln und Gefiedel während Rom brennt) – Erinnerungskulturen – Wirtschaftliche Ursprünge – Alltagsleben – Politik & Religion – Die Zerstörung der gemeinsamen Basis – Die Bedeutung des Meeres – Jugend: Gemeinsame Hoffnungen und Ängste – Gelernte Lektionen.

Die Vorträge werden zusammen mit einem ausführlichen Konferenzbericht in zwei bis drei Bänden elektronisch veröffentlicht.

Die Maecenata Stiftung ist ein unabhängiger Think Tank. Sie „versteht sich als ideeller Dienstleister der Zivilgesellschaft und tritt für deren transnationale Stärkung sowie für die Entwicklung einer offenen Gesellschaft in Europa und darüber hinaus ein.“ (Website). Zu ihren Programmen gehört auch „Europa bottom-up“. Dieses Programm bietet zivilgesellschaftlicher Initiative für die europäische Einigung eine Plattform. Das dort angesiedelte Maecenata-Projekt „Europe and the Mediterranean – Talking, Learning und Working, and Living Together” war auch der Rahmen für die Konferenz in Kreta.

 


2017  (September)

Konferenz/ Conférence

„Wichtigste Fragen“ zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Mittelmeerraums aus der Sicht der Geistes- und Sozialwissenschaften sollen auf einer Konferenz in Salerno im September besprochen werden:

Cultures, Hopes and Conflicts.
The Mediterranean between Land and Sea.
26.-28. September 2017
Università di Salerno (Italien)

Dabei soll das Mittelmeer sowohl als sea of hopes als auch als sea of conflicts verstanden werden. Im Einzelnen sollen die Beiträge folgende Themenbereiche behandeln:

Migration aus doppelter Sicht (Ausgangs- und Zielland) – Kulturbegegnung und Kulturkonflikt von der Spätantike bis heute – Beziehungen nicht-mediterraner Welten zum Mittelmeerraum mit Blick auf die Globalisierung – die politischen Verwerfungen in der Arabischen Welt – Terrorismus in den Beziehungen zwischen Ost und West – die Auswirkungen der Finanzkrise 2007-09 auf Mittelmeerländer – Wissen und Entwicklung von der Antike zur Gegenwart.

Veranstaltet wird die Konferenz vom ICSR Mediterranean Knowledge und dem Consortium Mediterranean Worlds. Kontakt: info@mediterraneanknowledge.org


 

2016 (Dezember)

Konferenz/ Conférence

Das Observatoire arabe des religions et des libertés, Tunis, und die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), Büro Tunesien und Algerien, haben im Dezember ein Kolloquium veranstaltet, das sich mit den Geisteswissenschaften im Kontext des Extremismus befasst hat. Die Teilnehmer kamen aus Tunesien, Marokko, dem Libanon, Frankreich und Deutschland. Konzipiert wurde das Kolloquium, in Zusammenarbeit mit der KAS, von Prof. Mohamed Haddad, Vorstandsmitglied der Stiftung Wissensraum Europa-Mittelmeer (WEM).

Le rôle des l’enseignement des langues, des cultures et des sciences humaines dans la lutte contre la radicalisation.

Die Rolle sprach-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Lehre im Kampf gegen die Radikalisierung.

Tunis, 9. und 10. Dezember 2016

In ihrem Exposé fragen sich die Veranstalter kritisch, ob man zugunsten wirtschaftlicher Motive und des Imperativs der Beschäftigungsfähigkeit (employabilité) der Absolventinnen und Absolventen bei den jungen Leuten nicht eine geistige Leere geschaffen hat, in die neue totalitäre Ideologien und die Bereitschaft zur Gewalt einfließen konnten. Wie kann man geisteswissenschaftlichen Unterricht in einer Epoche der Austeritätspolitik, der Arbeitslosigkeit junger Akademiker und der Überfülle an Informationen durch moderne Informationstechnologien neu positionieren?

Die Vorträge befassten sich mit den Grundzügen der extremistischen Persönlichkeit und der Notwendigkeit, den kritischen Geist zu schulen, ein bürgerschaftliches Bewusstsein zu schaffen (citoyenneté), die Befähigung zum praktischen Handeln nicht zu vernachlässigen, junge Mädchen und Studentinnen vor Erpressungen zu schützen, Religion(en) in historische Zusammenhänge zu stellen, Kenntnisse über andere Religionen zu vermitteln, euro-mediterrane Geschichte zu lehren, Religion zu reflektieren und zu dynamisieren, Geisteswissenschaften in religiöse Unterweisung hineinzutragen u.a.

Themen waren weiter kritische kulturwissenschaftliche Methoden wie die Diskursanalyse oder der Konstruktivismus, die extremistischem Denken entgegenwirken können – die Rolle der Technischen Hochschulen, aus denen relativ viele Extremisten kommen – ungleiche Bildungschancen, die Bevorzugung von Absolventen der Privatschulen durch die Wirtschaft; die massive Bildungsverweigerung in den kleineren Städten im Inneren von Tunesien, lächerliche Standortentscheidungen für Bildungseinrichtungen, z. B. die Gründung einer Kunsthochschule in Kasserine, der Djihad als Rache an der Gesellschaft – die Rolle der Literatur als Weg nicht nur zur Einsicht in die Vielfalt, sondern auch in die Ambiguität der erfahrenen Welt (sie „vervielfacht das Leben“, Mohamed Sghir Janjar) – islamische Religionslehre an deutschen Universitäten, die Rolle der Interdisziplinarität auch in der religiösen Lehre, gemeinsame Lehre für Muslime und Christen – das Erlernen einer dritten Fremdsprache – die Frage, unter welchen Voraussetzungen ‚die europäischen Werte‘ universelle Gültigkeit beanspruchen können (ja, im Rahmen universeller Werte-‚Mosaiken‘) u.a.


 

2016 (September)

Forschungsatelier/ Atelier de recherche

Deadline für Bewerbungen: 20. Oktober 2016

Der UNESCO Chair in Cultural Policy for the Arts in Development der Universität Hildesheim (Prof. Wolfgang Schneider) organisiert mit Teilnehmern aus Marokko, Tunesien und Deutschland im November 2016 ein

Tri-nationales Forschungsatelier
„The role of arts in transitional Tunisia – Rethinking cultural policy & internatioanal cultural relations“

Tunis, 22.-28. November 2016

Untersucht werden die Rolle von Künstlern und Kulturpolitik im tunesischen Transformationsprozess, kultureller Aktivismus als Strategie für Veränderung sowie Herausforderungen und Möglichkeiten von internationalem kulturellen Engagement. Angesprochen sind insbesondere Doktoranden und Master-Studierende aus den genannten Ländern. Es stehen für jedes Land acht Plätze zur Verfügung. Deadline für Bewerbungen: 20. Oktober 2016.

Der Forschungsfokus liegt auf folgenden 5 Hauptthemen:

  1. Cultural policy – International comparisons in the EURO-MENA region
  2. Cultural policy in Tunisia – Responsibility between state and civil society
  3. The Tunisian cultural scene – Artists as actors of chan
  4. German foreign cultural policy in Tunisia – The role of the Goethe-Institut
  5. Cultural activism and democratization – Potentials, impact and challenges

Das Forschungsatelier wird in Kooperation mit der Universität Tunis und der Universität Hassan II, Casablanca, Marokko, organisiert und vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert. Mitorganisator ist Dr. Daniel Gad, Korrespondent der Stiftung WEM e.V.


 

2016 (September)

Konferenz/ Conférence

Deadline für Bewerbungen: 5. November 2016

Das Forum Citoyen National sur l’Education à l’Université de Sfax (Nationales Bürger-Forum an der Universität Sfax), organisiert vom 29. bis 31. März 2017 an der Universität Sfax (Tunesien) einen Kongress zum Thema

La Pédagogie à l’Université & la Formation des Enseignants.
(Pädagogik an Universitäten und Lehrerbildung).

Der tunesischen Zivilgesellschaft (Bürgern, Forschern, Vereinigungen zur Förderung von Bildung, aber auch Entscheidern) soll der Kongress ein Forum bieten, ihre Erfahrungen und Konzepte auszutauschen und der Öffentlichkeit zu vermitteln. Dabei geht es um eine Erziehung und Bildung, die das Zusammenleben der Menschen fördert, um die Analyse des gegenwärtigen Zustands und um Vorschläge für ein Verbesserung der Situation. Partner ist das zivilgesellschaftliche Netzwerk Alliance Citoyenne pour l’Education (ACE)

Im Zentrum steht dabei die Lehrerbildung für Lehrer und Lehrerinnen der Sekundarstufe. Beiträge in Arabisch, Französisch und Englisch sind erwünscht. es müssen dies nicht unbedingt Vorträge sein.

Vorgesehene „Achsen“:

  • Paradigmen der Lehrerbildung
  • Paradigmen der Weiterbildung
  • Institutionalisierung
  • gelungene Beispiele in arabischen Ländern und im weiteren Ausland
  • Begleitung und Evaluierung
  • Besonderheiten nach Schularten und Stufen.

Mitglied des wissenschaftlichen Komitees ist Prof. Abdelmajid Naceur, Leiter der Doktorandenschule des Institut Supérieur de l’Education et de la Formation Continue, Bardo-Tunis. Prof. Naceur ist WEM-Mitglied.

Deadline für Anmeldungen mit Resümee: 5. November 2016, an: forumeducation.Tunis@gmail.com


 

2016 (Juli)

Konferenz/ Conférence

Am 14. und 15. Juli 2016 fand an der Universität Heidelberg ein internationaler Workshop statt, der sich aus historischer Perspektive – auf das Mittelmeer bezogen – mit negativen Vorstellungen von Meer und Seefahrt, insbesondere mit den damit verbundenen Ängsten befasste. Veranstalter war die Société Internationale des Historiens de la Méditerranée (SIHMED), die Internationale Vereinigung der Mittelmeerhistoriker; die Organisation hatten Prof. Nikolas Jaspert, Präsident der SIHMED, und Dr. Sebastian Kolditz vom Historischen Seminar der Universität Heidelberg übernommen. Prof. Jaspert ist Korrespondent der Stiftung WEM.

Fear of the Sea in the History of the Mediterranean.

Themen waren Emotionen und Fakten, die in historischen Quellen von Byzanz, des Osmanischen Reichs, Italiens, Kataloniens, Korsikas, aber auch Nordeuropas und der Vereinigten Staaten – quellenkritisch bedacht – erkennbar werden. Dabei ging es unter anderem um die (widerlegbare) Annahme, dass es in bestimmten Kulturen (nämlich islamisch geprägten) Widerstände gegen Seefahrt gegeben habe, zugleich aber auch um Strategien der Selbstverständigung der unter oft widrigen Umständen zur See Fahrenden, etwa um die Rolle von „Fortuna“ als durchaus weltlich verstandenem Begriff. Eingehend wurde das mittelmeerische Korsaren- und Piratentum in seinen Facetten beleuchtet, oft mit sehr konkreten Angaben über die mit Raub, Gefangenschaft, aber auch unverschuldetem Vertragsbruch durch Terminüberschreitung verbundenen Kosten. Das Lösegeld für einen Gefangenen in den „Barbaresken“-Staaten konnte zum Beispiel Ende des 18. Jahrhunderts – umgerechnet – einen sechsstelligen Betrag in Dollar betragen. Angedeutet wurde in einem Vortrag zu Korsika auch eine grundsätzliche (oder lokal-spezifische?) Dichotomie der Einstellungen zu Land und Meer.

Zusammengefasst und kommentiert wurden die Ergebnisse der Konferenz durch den Initiator und früheren Präsidenten von SIHMED, Salvatore Bono, Emeritus der Universität Perugia (Italien). Als Erforscher des mediterranen Korsaren- und Piratentums ist Bono einer weiteren Öffentlichkeit bekannt geworden.

Eine baldige Veröffentlichung der Vorträge über die Mittelmeerseefahrt „ad risicum et fortunam maris et gentium“ ist zu wünschen.

(Bernd Thum)


 

2016 (Juli)

Konferenz/ Conférence

Mit der Immigration aus den Sahel-Ländern, aber auch aus Libyen und Syrien, nach Marokko befasst sich am 3. Dezember 2016 eine Konferenz der marokkanischen Fulbright Alumni Association. Das Exposé vermittelt den Eindruck, dass sich Marokko ähnlichen, wenn auch nicht den gleichen Fragen stellen muss und stellt wie Deutschland und andere europäische Länder. WEM-Mitglied Prof. Mehdi Lahlou, Professor am Institut National de Statistiques et d’Economie Appliquées (INSEA), Rabat, und Gründer der Université Ouverte Migration & Développement, macht auf die Konferenz aufmerksam und übersendet der Redaktion folgenden „Call for papers“:

International and multidisciplinary conference
„Morocco: Immigration, Integration, and Citizenship“
December 3rd, 2016 (National Library, Rabat, Morocco)

„Morocco has witnessed a new migration dynamic in recent years. Initially viewed as a transit country to Europe, Morocco has gradually become a final destination for people who are fleeing political strife and harsh economic conditions in their countries. Each year, thousands of migrants from Sub-Saharan Africa and elsewhere arrive to Morocco. Following the so-called Arab Spring, the political stability of the country has attracted migrants from countries such as Syria and Libya. The current migration situation has brought questions of security, citizenship, and humanitarian assistance into the national dialogue. Immigration has become an important concern of policy makers and civil society actors.
Indeed, Morocco faces new social and legal challenges. In addition to factors that lead people to leave their home countries, stricter European immigration policies have stemmed the flow of people leaving Morocco after they arrive. Once here, people want to pursue studies or find a job. In addition to people seeking to improve their economic situations, there are asylum seekers and refugees who require different attention and support. The economic, legal, and social pressures created by recent immigration trends led the King to unveil a new immigration policy to better regulate immigrants in 2013.
New policy approaches demonstrate the Moroccan state’s awareness of the importance of the immigration issue. Nevertheless, the majority of adopted policies do not seem to produce the desired effects and immigration remains a major challenge. Integration of immigrants as well as granting citizenship rights are central to the debate on social inclusion.“ (aus dem Exposé)


 

Juni 2016

Interview/ Interview

Sarhan Dhouib (Kassel)
Philosophie als Befreiung von diktatorischen Verhältnissen
Interview mit Sarhan Dhouib von Kata Moser und Roman Seidel

In: SGMOIK 42 (2016), S. 32-35

Nach Studien in Sfax (Tunesien) und an der Sorbonne in Paris promovierte WEM-Mitglied Prof. Sarhan Dhouib 2008 an der Universität Bremen in Philosophie unter der Doppelbetreuung durch Jörg Sandkühler und Fathi Triki (Tunis). Derzeit ist er an der Universität Kassel tätig. Seine Themen sind gegenwärtig die arabische politische Philosophie, der Toleranzbegriff und die Menschenrechte in transkultureller Perspektive.

Das Interview ermöglicht erhellende Einblicke in das anspruchsvolle Philosophiestudium in Tunesien vor der Revolution, die Repressionen, denen begabte Studenten durch das Regime ausgesetzt waren, die philosophiegeschichtlichen Orientierungen Dhouibs zwischen arabisch-islamischer und europäische Philosophie, die verbreitete Unkenntnis, ja das Desinteresse an den geistigen Bewegungen der arabischen Moderne, „in der Aufklärung, Selbstkritik, Freiheit, Wissenstransfer und gemeinsame Werte im Vordergrund stehen“, zugunsten des islamischen Fundamentalismus, „der an allen Ecken eine Besprechung“ findet, und schließlich die entscheidende Rolle der Übersetzung: „Die Übersetzung ist in der Philosophie keine instrumentelle, sondern eine schöpferische Aufgabe“.


 

2016 (Mai)

Kolloquium/ Colloque

Marokkanisch-deutsches Kolloqium / Colloque germano-marocain
Weltkulturerbe(-Stätten): Transkulturelles Erbe als Faktor gemeinsamer Interessen und Entwicklungen
Lieux de patrimoine mondial: Intérêt commun et développement par les héritages transculturels

Karlsruhe, 13 et 14 mai 2016

Veranstaltet von/ organisé par

  • Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
  • Université de Picardie, Amiens (UPJV)
  • Stiftung Wissensraum Europa-Mittelmeer (WEM)
  • Université Cadi Ayyad (UCA), Marrakech
  • Johannes Gutenberg Universität Mainz (JGU)

Das Kolloquium zum Thema ‚Transkulturelles Erbe‘ war als Dialog zwischen Geschichte, Museologie und Humangeographie angelegt.

Die Teilnehmer aus Marokko waren Professoren und Doktorandinnen der Universität Cadi Ayyad in Marrakesch. Weiter nahmen an der Tagung Wissenschaftler/innen aus Mainz und Amiens, London und Bruchsal (Schlösser und Gärten Baden-Württemberg), aus dem KIT sowie Mitglieder der Stiftung WEM. e.V. teil. Die Stiftung war neben der Universität Mainz auch Mitveranstalter des Kolloquiums. Die Organisatoren waren Prof. Ludolph Pelizaeus, Université Jules Verne in Amiens (früher Universität Mainz), Vorstandsmitglied der Stiftung WEM, und Prof. Bernd Thum, Präsident der Stiftung. WEM-Mitglied Prof. Mohamed Ait El Ferrane begrüßte die Teilnehmer seitens der Wissenschaftler von der Universität Cadi Ayyad, Prof. Hans-Peter Schütt (Institut für Philosophie, Studiengang Europäische Kultur und Ideengeschichte), übernahm die Begrüßung seitens des KIT.

Das Kolloquium war die dritte und letzte Veranstaltung im Rahmen eines mehrjährigen BMBF-Projekts zum Thema ‚Welterbestätten und nachhaltige Entwicklung‘. Dieses Projekt wurde von den Universitäten Mainz und Cadi Ayyad in Marrakesch realisiert, hat aber im Lauf der Zeit auch Teilnehmer/innen aus anderen Universitäten angezogen. Prof. Ludolph Pelizaeus war neben dem Geographen Prof. Anton Escher spiritus rector des Projekts. Prof. Escher ist ebenfalls WEM-Mitglied.


 

2016 (April)

Ausstellung/ Exposition

Schweinfurt und Coburg sind Erinnerungsorte des Erweiterten Mittelmeerraums. Als solche findet man sie auf der von der Stiftung WEM entwickelten und betriebenen virtuellen Landkarte Euromed-MemoriaCarte. Mit anderen Orten nördlich und südlich des Mittelmeers, auch nördlich und südlich der Alpen werden sie auf dieser Karte präsentiert und erläutert: als Erinnerungsorte eines euro-mediterranen Wissens, bei denen sich europäisches, arabisches, persisches Kulturerbe überschneidet. Eine Leitfigur und einen Kristallisationspunkt erhält dieses Wissen in Gestalt und Werk Friedrich Rückerts (1788-1866). Er hat in den beiden genannten Städten als Dichter, Sprach- und Kulturwissenschaftler lange gelebt.

Ihm und seinen herausragenden Kenntnissen als Orientalist verdanken wir neben vielen anderen Werken die erste poetische (Teil-)Übersetzung des Korans sowie die feine Übersetzung früher arabischer Poesie der Anthologie Abu Tammams aus der Zeit der Abbasiden (9. Jh.) – beide Übersetzungen werden von arabischen Muttersprachlern, die deutsche Texte lesen, sehr geschätzt. Zu erwähnen sind auch die ‚Östlichen Rosen‘, eine Gedichtsammlung, die sich an dem persischen Dichter Hafis und an Goethes ‚West-Östlichem Divan‘ orientiert.

Bis 10. Juli 2016 zeigt die Kunsthalle Schweinfurt die Ausstellung „Der Weltpoet“, die dann nach Coburg und Erlangen weiterwandert.


 

2016 (März)

Konferenz/ Conférence

Internationale Konferenz für Doktoranden und Post-Docs

Transregional Academy „De-Framing the Mediterranean from the 21st Century: Places, Routes and Actors“

19.-29. September 2016 in Rethymno, Kreta. Deadline für Bewerbungen: 9. April 2016

Organsiert wird die Akademie vom Forum Transregionale Studien (Berlin) und der Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswiwssenschaftliche Institute im Ausland in Zusammenarbeit mit dem Centre Mac Bloch und dem Institute for Mediterranean Studies (Crete). Eingeladen sind 21 Doktoranden und Post-Docs, Reise-und Aufenthalskosten werden übernommen.

Bei der forschungsorientierten Tagung geht es um neue Geschichts- und Raumkonzepte für den Mittelmeerraum: „Europe itself has become part of a more global Mediterranean space that extends far beyond its shores“ (aus dem ‚Rationale‘). Folgende drei Leitthemen sollen behandelt werden: „(1) the production of space, (2) routes and borders, (3) actors and agency“. Im Zentrum des Interesses stehen Handeln und Denken der Menschen als raumkonstituierende Potentiale.


 

2015 (Oktober)

Interview/ Interview

Interview mit Prof. Bernd Thum (Präsident der Stiftung WEM e.V.):
Das Mittelmeer als Zukunftsraum.

Südwestrundfunk (2. Programm) am 20. Oktober 2015.

Angesprochen werden in diesem Interview der erweiterte Mittelmeerraum als funktionaler Raum, die Einbeziehung des saharischen Afrikas, die Bedeutung zivilgesellschaftlicher und diplomatischer Aktivitäten, gemeinsame Probleme und gemeinsame Lösungen, Globalisierung und Regionalisierung u.a.

Das Interview erfolgte im Zusammenhang mit der Mittelmeerkonferenz der OSZE. Diese fand 2015 in Jordanien statt. Ägypten, Algerien, Israel, Jordanien, Marokko und Tunesien sind mediterrane Partnerstaaten der OSZE


 

2015 (Juli)

Konferenz/ Conférence

Im April 2015 veranstaltete die Maecenata-Stiftung, Berlin, zusammen mit dem Governance Center Middle East / North Africa der Humboldt-Viadrina Governance Platform im Deutsch-Italienischen Zentrum Villa Vigoni am Comer See eine Mittelmeer-Konferenz, an der mit Yamina Bettahar (Nancy) und Bernd Thum (Karlsruhe/Heidelberg) auch Mitglieder der Stiftung Wissensraum Europa-Mittelmeer (WEM) teilnahmen. Udo Steinbach (Berlin), ebenfalls WEM-Mitglied, war Mit-Organisator. Inzwischen liegt ein ausführlicher Konferenz-Report vor:

Udo Steinbach, Rupert Graf Strachwitz, Piero Antonio Rumigniani (Eds.)
Europe and the Mediterranean.
Talking, Learning, Working, and Living together.

Berlin: Maecenata Stiftung 2015, 49 S. (= Europa Bottom-Up. Arbeitspapiere zur Zivilgesellschaft 11)

Themen der Tagung waren:

Mare commune – Our Common Cultural History – The Migration Issue – Towards a New Political order – It’s Economy, Stupid! – The Role of Civil Society – The Role of the Media.

Die Teilnehmer kamen aus Ägypten, Tunesien. Algerien, Marokko, der Türkei, Malta, Spanien , Italien, Frankreich, Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Österreich und Deutschland. Neben anderen Akteuren des Euro-Mediterranen Raums namen auch Christian Much, deutscher Botschafter in Lybien, und Andreu Claret, bis vor kurzem Executive Director der Anna Lindt Stiftung an der Konferenz teil.

Die Konferenz-Beiträge sind ebenfalls publiziert.


 

2015 (Januar)

Interview/ Interview

Dr. Bakary Sambe (Centre d’Etude des Religions (CRAC-Université Gaston Berger):
« Les sociétés européennes et leurs communautés musulmanes doivent exorciser leur mal de vivre-ensemble! »

Dr. Bakary Sambe vom Centre d’Etude des Religions (CRAC-Université Gaston Berger)

„Die europäischen Gesellschaften und ihre muslimischen Gemeinschaften müssen ihr Unbehagen am Zusammenleben austreiben!“

Bakary Sambe ist Leiter des Observatory on Religious Radicalism and Conflicts in Africa (ORCRA) der Université Gaston Berger in Saint-Louis (Senegal) und Vorstandsmitglied der Stiftung WEM .e.V.

Interview dans/ in Dakaractu, 13 janvier 2015

Voire/ Siehe Rubrik „Texte/ Diskussion“

avec une prise de position par Pr. Bernd Thum, Président de la Fondation WEM

mit einer Stellungnahme von Prof. Bernd Thum, Präsident der Stiftung WEM e.V.

Print Friendly, PDF & Email