Institutionen/ Institutions

2017 (Januar)

Am Institut Supérieur de l’Education et de la Formation Continue au Bardo wurde eine neue Forschungseinheit gegründet, die die Forschungsfelder Bildung, Kognition, Informationstechnologien und Didaktik zusammenführt .

ECOTIDI – Education, COgnition, TIce et DIdactique

Mitglieder des Instituts sind Forscher des ISEFC und der Université Virtuelle de Tunis, namentlich Bildungswissenschaftler, Psychologen sowie Experten im Bereich Bildungstechnologien. Ziele sind:

Bildungswissenschaftliche und psychologische Forschung zur Verbesserung der Ergebnisse von Vorschulerziehung, Schulbildung und universitärer Bildung in Tunesien,
Analyse der Unterrichts- und Lernpraxis, der Bildungsorganisation und der Bildungssysteme, und zwar aus verschiedenen Perspektiven,
Entwicklung von und Modellbildung für Bildungstechnologien,
Motivationsanalysen und Entwicklung von Motivationsmodellen in den Bereichen Schule und Universität,
Erforschung von Bildungspolitiken, insbesondere mit Blick auf die von diesen ausgehende Mobilisierung der Akteure und auf ihre Auswirkungen auf den Prozess der Professionalisierung.
Einer der Initiatoren der neuen Einheit ist Prof. Abdelmajid Naceur, Mitglied der Stiftung Wissensraum Europa-Mittelmeer (WEM). An der neuen Einheit leitet er das Projekt 3 „Dynamik des Lernens, Kognition und psychologische Intervention“


2016 (Juli, November)

Die Euro-Mediterrane Universität Fes (UEMF), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die TU Dresden planen zusammen.

Die im September 2014 gegründete Université Euro-Méditerranéenne de Fès (UEMF)/ Euro-Mediterrane Universität Fes (Marokko) ist inzwischen mit bedeutenden Universitäten in Europa vernetzt. Sie bietet ihren Studenten und Studentinnen eine Ausbildung in Ingenieurwissenschaften, Architektur, Geistes- und Sozialwissenschaften, zu der auch Perspektiven und Inhalte einer euro-mediterran orientierten Bildung gehören. Besonders betont wird dieses Bildungsangebot in der ‚transversalen Lehre‘ (tronc commun) , an der Studiernde aller Disziplinen teilnehmen. (Zum Konzept der UEMF vgl. unten den Eintrag zum September 2014).

Im Rahmen einer vom DAAD geförderten Transformationspartnerschaft fanden am 13. und 14. Juli in Karlsruhe Gespräche statt, die die trilaterale Zusammenarbeit weiter strukturierten und belebten. An den Gesprächen nahmen Fachvertreter aus den Sozial-, Geistes-, Kultur-, Ingenieur- und Planungswissenschaften sowie die Direktorin des Zentrums für Angewandte Kulturwissenschaft/ Studium Generale des KIT teil. Auch Mitglieder der Präsidien von UEMF und KIT wirkten an der Vertiefung der Vereinbarung mit. Sie wird zu gemeinsamen Vorhaben in Lehre und Forschung führen.

Erste Lehrveranstaltungen mit den deutschen Partnern haben am 10. und 11. November 2016 stattgefunden: http://www.itz.kit.edu/105.php

Das euro-mediterrane Kooperationsprojekt der drei Universitäten wurde 2014/15 von Prof. Bernd Thum, dem Präsidenten der Stiftung Wissensraum Europa-Mittelmeer (WEM), angeregt und vermittelt und von Frau Dr. Alexandra Hausstein (Institut für Technikzukünfte des KIT) konzeptuell und organisatorisch vorbereitet.


2016 (April)

eurient.
Verein für transmediterranen Kulturdialog

Schon seit 2004 besteht in Leipzig der gemeinnützige Verein ‚eurient‘. Er führt junge Menschen zusammen, von denen viele in arabischen und islamischen Ländern gelebt haben. Aktionsraum des Vereins ist zunächst die politisch unruhige Region, man will aber im Weiteren „Menschen aus verschiedenen Teilne der Welt zusammenbringen“. Ziel des Vereins ist insbesondere der Kampf gegen Vorurteile, die durch eine klischeehafte Berichterstattung über den Nahen Osten verstärkt werden. Man setzt demgegenüber auf eine wissenschaftlich begründete Wahrnehmung und, explizit getragen von „Neugier“, auf den internationalen Austausch von Wissen. (Zitate: Selbstdarstellung des Vereins im Internet).


2016 (Februar)

Verein Double Critique e.V.

„Double Critique e.V. versteht sich als Verein zur Förderung des interreligiösen und interkulturellen Dialogs. Damit dieser Dialog fruchtbar wird und auf gegenseitige Verständigung hinauslaufen kann, sehen wir das Prinzip einer zweiseitigen Kritik als elementar an.

Während die meisten Dialogversuche mit divergenten Weltanschauungen daran scheitern, dass die Teilnehmer nur die jeweils andere Seite kritisieren und von ihr eine unreflektierte Nachahmung der eigenen Prinzipien und Sichtweisen erwarten, basiert die Double Critique darauf, sich reflektierend mit dem eigenen Kultur- und Werteverständnis auseinanderzusetzen.“ (Website des Vereins)

Gründer und amtierende Vorstandsmitglieder des Vereins sind Prof. Mohammed Khallouk (Marburg/ Köln), Politik- und Islamwissenschaftler, Vorsitzender, und Dr. Rachid Boutayeb (Berlin), Philosoph, Arabist und Islamwissenschaftler, Mitglied der Stiftung WEM.. Das beratende Kollegium des Vereins ist international besetzt. Nicht zuletzt um die elementare Idee, die die Vereinsarbeit zugrunde liegt, zu unterstützen, wirken in diesem Gremium auch die WEM-Mitglieder Prof. Steinbach (Berlin) und Prof.Thum (Heidelberg/ Karlsruhe) mit.


2016 (Januar)

Timbuktu Institute, Dakar

Prof. Bakary Sambe, Universität Gaston Berger, Saint-Louis (Senegal), Vorstandsmitglied der Stiftung WEM e.V. , ist der Präsident des kürzlich gegründeten Timbuktu-Instituts in Dakar. Das Institut versteht sich als Think Tank mit der Aufgabe, in den Gesellschaften, bei den Medien, bei Meinungsführern und Politikern in Sahara- und Sahel-Afrika für den Geist der Toleranz und der friedlichen Koexistenz zu werben und gewalttätigem Extremismus entgegenzutreten. Zu den geplanten Aktivitäten des Instituts gehören Publikationen, Konferenzen, Initiativen, auch bei geistlichen Führern, die Gründung eines Verlags ‚Timbuktu Editions‘, der insbesondere den Vertretern des traditionellen islamischen Erbes Afrikas, etwa den Sufi-Bruderschaften, eine Plattform bieten soll. Als weitere Aufgaben werden genannt Erziehung und Training junger Leute im Sinne von religöser Toleranz und Offenheit sowie der interkulturelle und interreligiöse Dialog. –

Die ‚Timbuktu-Vision‘ des neuem Instituts in Französisch und Englisch:

„Timbuktu est la ville symbole d’échanges et d’interactions culturelles et civilisationnels entre les peuples des deux rives du Sahara.

Elle a toujours été l’une des sources les plus fécondes de productions de la pensée islamique en Afrique.

Dans le but de promouvoir la production culturelle autour de l’islam et de sa pensée en Afrique ; le nom de cette ville a été choisie pour ce projet innovant devant aider les jeunes générations africaines et au-delà à mieux saisir l’importance de ce patrimoine d’un islam paix et de coexistence pacifique.

Tombouctou est la ville symbole de la rencontre et des échanges autour du savoir entre les peuples des mondes africains, européens et arabes ayant été pendant toute son histoire un point de jonction entre les cultures et les civilisations. De ce fait son patrimoine qui a été malmené ces derniers temps par les tenants d’une religiosité intolérante mérite d’être réhabilité par une pensée critique ; responsable, et ouverte au monde.“

„Timbuktu is the city symbol of exchanges and cultural interactions and civilisationnels between the people of two banks of the Sahara. It was always one of the most fertile sources of productions of the Islamic thought in Africa. With an aim of promoting the cultural production around Islam and of its thought in Africa; the name of this city was selected for this innovating project having to help the African young generations and beyond with better seizing the importance of this heritage of an Islam peace and of peaceful coexistence. Tombouctou is the symbol city of the meeting and the exchanges around the knowledge between the people of the African, European and Arab worlds having been during all its history a junction point between the cultures and the civilisations. This fact its heritage which was abused lately by holding of anintolerant religiosity deserves to be rehabilitated by a critical thought; person in charge, and opened in the world.“


2015

Friedensnobelpreis für das Quartet du dialogue national (Tunesien)

Das Quartet du Dialogue National hat am 9. Oktober 2015 den Friedensnobelpreis erhalten. Das Nobelpreiskomitee zeichnet diesmal nicht nur positive Erwartungen aus, sondern eine konkrete Leistung. Die beteiligten Organisationen haben in Tunesien auf dem Höhepunkt einer politischen Krise dem Land und der ganzen ‚arabischen Welt‘ den Weg zu einer konsensuellen Demokratie gewiesen und die hohe Leistungsfähigkeit der Zivilgesellschaft belegt.

Die Stiftung Wissensraum Europa-Mittelmeer (WEM) e.V. fördert das Konzept eines funktionalen euro-mediterranen Raums. Das tunesische ‚Quartett‘ hat dazu einen exemplarischen Beitrag geleistet.

Prof. Dr. Bernd Thum, Präsident der Stiftung WEM e.V.

Prix Nobel de la paix pour le Quartet du dialogue national (Tunisie)

Le Quartet du Dialogue national a reçu le Prix Nobel de la Paix 2015. Le comité Nobel distingue cette fois non seulement des attentes positives, mais une réalisation concrète. A la hauteur d’une crise politique du pays les organisations impliquées dans le Quartet ont montré à la Tunisie et au «monde arabe» entier la voie vers une démocratie consensuelle en démontrant également le haut potentiel de la société civile.
La Fondation Espace du savoir Europe-Méditerranée (WEM) promeut le concept d’un espace euro-méditerranéen fonctionnel. Le «quartet» tunisien a apporté une contribution exemplaire à ce projet.

Prof. Dr. Bernd Thum, Président de la Fondation WEM


2015 (September)

Anna Lindh Stiftung – Deutsches Netzwerk
Mittelmeer vor Ort: Neue Nachbarschaften

Am 7. Oktober 2015 beginnt die diesjährige Veranstaltungsreihe ‚Mittelmeer vor Ort‘ des Deutschen Netzwerks der ALF mit einem Themenabend ‚Nachbar.schafft.Heimat‘ in Bremen und endet im April 2016 mit einem palästinensisch-deutschen Dialog über Theater und Theaterpädagogik ‚Theater in Palästina‘ in Hannover. Dazwischen liegen weitere zwölf Veranstaltungen in verschiedenen deutschen Städten zu arabischen (und israelischen) Filmen, zu Erfahrungen mit dem christlich-islamischen Dialog, zur Kulturarbeit in Flüchtlingslagern, Demokratisierung in Tunesien, Religionsfreiheit (’50 Jahre Konzilsdokument ‚Dignitatis Humanae‘) und zu anderen Themen.

Das Deutsche Netzwerk hat ca. 150 Mitglieder – Vereine, Stiftungen, Institute und Medienschaffende – und fördert im Sinne der ALF den interkulturellen Dialog und die aktive zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur und Kreativität, Bildung, Urbanität und Medien

In Deutschland wird das Netzwerk im Auftrag des Auswärtigen Amts geleitet vom Goethe-Institut und koordiniert vom Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft (ZAK) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Das Konzept der Veranstaltungsreihe 2015/16 wurde entwickelt und wird realisiert von Prof. Caroline Robertson-von Trotha (Direktorin des ZAK), WEM-Mitglied Swenja Zaremba und Mirjam Stricker (ZAK). Die Stiftung WEM e.V. ist Mitglied des Deutschen Netzwerks.


2015 (Juli)

Neue Website des Centre d’études des religions (CER) der Université Gaston Berger (UGB) in Saint-Louis (Senegal)

Das Centre d’études de religions (CER) der Université Gaston Berger in Saint-Louis ist eine Abteilung der Lehr und Forschungseinheit (UFR) Zivilisationen, Religionen, Kunst und Kommunikation (CRAC). Das CER ist ein pluridisziplinäres Zentrum für Lehre und Forschung auf den Feldern Religiosität und Geschichte der Religionen sowie der gesellschaftlichen Herausforderungen, die davon ausgehen. Die Geistes- und Sozialwissenschaften bilden die Grundlage.

Le Centre d’études des religions (CER) de l’Université Gaston Berger (UGB) de Saint-Louis est une Section de l’UFR des Civilisations, Religions, Arts et Communication (CRAC). Il est un centre pluridisciplinaire de recherche et d’enseignement sur le religieux, l’histoire des religions et leurs enjeux de société, à partir des sciences humaines et sociales.

Mitglied des Teams ist Dr. Bakary Sambe, Vorstandsmitglied der Stiftung WEM. Er koordiniert am CER das Observatoire des radicalismes et conflits religieux en Afrique.


2015

Transmed! Denken der Méditerranée und europäisches Bewusstsein

Sprecher des 2011 gegründeten Forschungsnetzwerks Transmed! sind Dr. Franck Hofmann (FU Berlin) und Dr. Markus Messling (Universität Potsdam).

„Vor dem Hintergrund der politischen Krise Europas und der Revolte des ‚Arabischen Frühlungs‘ gehe es [dem Netzwerk] darum, ‚das Mittelmeer aus der Perspektive der gegenwärtigen politischen Prozesse in den Blick zu nehmen und Europa durch das Erbe der Méditerranée hindurch neu zu denken‘, so Messling […] Es gehe darum, zu zeigen, dass trotz eines Meeres zwischen dem Süden Europas und den arabischen Kulturen letztlich ’nicht nur ihre beiden Ufer verbunden sind, sondern auch deren Zeiten, Formen und Geschichten: als eine Konflikt- und Kontaktzone des Handels, der Religionen und der Kulturen'“ (Matthias Zimmermann).

Franck Hofmann und Markus Messling haben 2015 im Kulturverlag Kadmos Berlin das Buch ‚Leeres Zentrum. Das Mittelmeer und die literarische Moderne. Eine Anthologie‚ veröffentlicht.

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