Neuerscheinungen/ Dernières publications

Bücher – Karten – Medien/ livres – cartes – médias

2017 (Mai)

Ronald Bernecker, Ronald Grätz (Hg.)

Global Cititzenship – Perspektiven einer Weltgemeinschaft. Göttingen: Steidl 2017

Global Citizenship ist das Ziel einer bürgerschaftlich geprägten Globalisierung als Botschaft sowohl an die großen, kühlen ‚Player‘ in Wirtschaft, Finanzwelt und Politik als auch an diejenigen, die, emporgetragen von der Angst vieler Menschen vor epochal neuen Lebensverhältnissen, ungesunde Macht erstreben. Der Band mit seinen über 20 Autoren und Interviewpartnern zeigt, dass Global Citizenschip von vielen, auch kleinen  Globalisierungen bestimmt wird. Eine bedeutende Rolle spielt dabei  ein waches politisch-kulturelles Bewusstsein, spielen die Musik, die Künste, die Literaturen, die Sprachen, die Wissenschaften, die Philosophien, der Respekt vor der Natur, eine Moral, vor allem aber eine Bildung, die diese Tätigkeiten und Fähigkeiten in je besonderer Weise fördert. Dies ist ein anspruchsvolles Programm, das aber ein besseres Leben begründen würde.

Ronald Bernecker ist Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission, Ronald Grätz ist Generalsekretär des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa), Stuttgart und Berlin.

(B.T.)

 


2017 (Februar)

Eine ‚geteilte‘ Geschichte des euro-mediterranen Raums, gestaltet und geschrieben von 15 Autorinnen und Autoren, aus Marokko, Tunesien, Frankreich, Italien, Ägypten, Portugal, Griechenland und dem Libanon, ist im Zeitalter von Globalisierung und Migration nicht nur ein wertvolles Instrument kultureller Zusammenführung. Sie ist auch ein weiterer Schritt zu Bewusstmachung und Stärkung des euro-mediterranen Raums als Raum gemeinsamen Wissens. Der Fokus des Werks bleibt auf dem ‚engeren‘ Mittelmeerraum, der freilich wesentliche Entwicklungen und Tendenzen des größeren euro-afro-mediterranen Raums in besonderer Schärfe sichtbar macht.

Diese Geschichte kann und soll – als didaktisch aufbereitetes digitales Lern-Medium – vor allem in Schulen verwendet werden. Sie richtet sich explizit an Lehrerinnen und Lehrer:

Méditerranée. Une histoire á partager.
(Der Mittelmeerraum. Eine gemeinsame Geschichte)

Gut ist, dass das Werk in entsprechender Form auch als Print-Medium vorliegt:

Méditerranée. Une histoire á partager.
(Der Mittelmeerraum. Eine gemeinsame Geschichte)

Paris (Montrouge): Editions Bayard 2013

Das Werk liegt auf Französisch und auf Arabisch vor. Eine deutsche Version ist in Vorbereitung.

Der Verlag bringt die innovatorische Leistung des Unternehmens auf den Punkt:

„Diese Geschichte der Méditerranée, des Euro-Mediterranen Raums […] ist einzigartig. Die Überlappung nationaler Sehweisen schafft eine bisher nicht dagewesene Wahrnehmung dieses Raums, der im Zentrum von so vielen aktuellen Konflikten steht. In fünf Abschnitten, von der Frühgeschichte bis zur Gegenwart, versuchen die Autoren zu umreissen, in welchen Stufen der Aufbau einer mediterranen Identität erfolgt ist. Wie hat sich um das Mittelmeer herum über Jahrhunderte hinweg eine spezifisches Gefüge gebildet? Welche gemeinsame Kultur hat schließlich die zahlreichen Spannungen zwischen Räumen und zwischen Zivilisationen entstehen lassen?“ Ziel des Werks sei, „die Grundlagen für ein besseres Verständnis und einen Dialog jenseits der Logiken eingespielter kollektiver Erinnerung zu schaffen“

„Cette histoire de la Méditerranée, écrite par dix-sept historiens issus de tous les pays qui la bordent, est unique. Le croisement des points de vue nationaux, qui s’inscrit dans la démarche de l’histoire globale, offre un dessin inédit de cette région, au cœur de tant de tensions actuelles.
En cinq chapitres, de la préhistoire à la période contemporaine, les auteurs tentent de cerner les étapes de construction d’une identité méditerranéenne. Comment s’est forgée, autour de la Méditerranée, une entité spécifique à travers les siècles ? Quelle culture commune ont finalement fait naître les multiples tensions, entre espaces et civilisations ?
Fruit du travail des meilleurs spécialistes mais accessible à tous, Méditerranée répond en définitive à une exigence commune : fournir les conditions d’une meilleure compréhension et les bases d’un dialogue au- delà des logiques de mémoire.“

Wissenschaftlicher Leiter des Unternehmens ist Professor Mostafa Hassani-Idrissi von der Université Mohammed V in Rabat (Marokko). Hassani-Idrissi ist Mitglied der Stiftung WEM e.V. Hier seine eigene Präsentation des Werks in Form eines Interviews.


(2017 – 1997)

Prof. Mohieddine Hadhri, Historiker an der Universität La Manouba/ Tunis und Mitglied des wissenschaftlichen Komitees ‚Geschichte der UNESCO‘, ist Vorstandsmitglied der Stiftung Wissensraum Europa-Mittelmeer (WEM). Von ihm gegründet wurde das Centre d’Etudes Méditerranéennes et Internationales in Tunis. Schon 1996, ein Jahr nach der Barcelona-Konferenz und dem Start des nach dieser benannten euro-mediterranen Projekts veranstaltete Hadhri in der tunesischen Oasenstadt Touzeur eine internationale Konferenz zum Dialog der Kulturen im Mittelmeerraum. Die Teilnehmer kamen aus Tunesien, dem Libanon, aus Spanien, Griechenland, Italien und Frankreich. 1997 wurden die Beiträge in einem Sammelband veröffentlicht:

Mohieddine Hadhri
Dialogue de Civilisations en Méditerranée.
Première Rencontre Internationale de Dialogue Culture Nord-Sud, Touzeur 12-15 Novembre 1996

Centre d’Etudes Méditerranéennes et Internationale (CETIMA), L’Or du Temps, Tunis 1997

In seinem Vorwort hebt Hadhri hervor, dass die Konferenz eine Initiative des ‚Südens‘ war. Es gehe nicht nur um die Erforschung und Bewertung der Vergangenheit, sondern um Fragen der Zukunft. „Die große Herausforderung für die Völker am Mittelmeer und in Europa am Ende des 20. Jahrhunderts besteht darin, ihr jeweiliges kulturelles Erbe mit dem bedrängenden Phänomen der Globalisierung zu synchronisieren, um so die Chancen eines mit sich selbst und seiner nahen und fernen Vergangenheit versöhnten Mittelmeerraums zu wahren.“

Hauptthema des Bandes ist ‚Das Mittelmeer als Wiege der Kulturen‘. Die einzelnen Beiträge haben von ihrer Aktualität nichts eingebüßt:

Das Mittelmeer als Wiege der Zivilisationen – Das Mittelmeer und die Herausforderungen im Nord-Süd-Verhältnis – Das Mittelmeer, Kulturgrenze oder Föderalismus der Völker – Tunesien und das Mittelmeer – Mittelmeerische Kulturen/ Mittelmeerische Kultur – Das Mittelmeer, vom Norden aus gesehen – Europa und die Problematik des Islam – Der interkulturelle Mittelmeerdialog im Kontext einer neuen Lage – Kulturelle Dimensionen des Nord/Süd-Dialoges – Toleranz zwischen Islam und Christentum – Ort und Ambition des Kulturdialogs in der euro-mediterranen Partnerschaft – Kulturelle Zusammenarbeit im Mittelmeerraum – Das Museum im Dienste des euro-mediterranen Kulturdialogs.


2017 (Januar)

Der Roman ‚Lenz im Libanon‘ von Albert Ostermeier ist jetzt ins Arabische übersetzt worden. Übersetzer ist der tunesische Diplomat Mohamed M’Hadhbi, ein Gesprächspartner der Stiftung WEM:

Albert Ostermaier : Lenz im Libanon, Roman, Suhrkamp Verlag, Berlin, 2015

Ins Arabische übersetzt von Mohamed M’HADHBI, Al-Kamel Verlag, Beirut- Bagdad, 2017

Der Klappentext der arabischen Ausgabe

إنّ لنز، حسب رواية أوسترماير، يشبه مجنون ليلى. فقد يضطرب الكلام عنده ويختلط، ولكنّ ما لا يضطرب ولا يختلط ولا يبلى هو حبّ ليلى. تماما مثل لنز الذي أصابه عشق بيروت. جاءها في زمن الزلازل والأعاصير السياسيّة التي تعصف بالمنطقة، شاهد آثارها وردّد وجدانه صدى الجدل السياسيّ المحتدم بكلّ تناقضاته، جدل قد يتداخل أحيانا بالأحكام المسبقة وبالمواقف التي قد تحتاج إلى التروّي.

lautet in deutscher und französischer Übersetzung:

Lenz, in Ostermaiers Roman, ähnelt dem berühmten Madschnûn Lailâ, dem ‚von Laila Besessenen‘ in der arabischen Literatur. Madschnûn, der Wahnsinnige, erlebt, wie sich seine Sprache verwirrt, unverständlich wird, aber was weder in Verwirrung versinkt noch unverständlich wird, ist seine Liebe für Lailâ. Genauso ist es auch bei Lenz, der seiner Liebe zu Beirut verfällt. In Zeiten eines politischen Erdbebens, das die ganze Region erschüttert, ist er in diese Stadt gekommen. Er sieht die Auswirkungen des Bebens, und Echos leidenschaftlicher Polemik prägen sein Bewusstsein. Es ist freilich eine Polemik, die sich, gelegentlich, aus Vorurteilen und hastig erfolgten Positionsbestimmungen speist.

Lenz, selon le roman d’Albert Ostermaier, ressemble au Majnoun de Laila dans la littérature arabe, chez qui la parole, durant ses années de folie, se confond et se perd. Mais ce qui reste toujours, c’est l’amour de Laila. C’est exactement le cas de Lenz qui a eu le coup de foudre pour Beyrouth. A cette ville, il est venu au temps des tempêtes et séismes politiques qui secouent la Région. Il fût témoin de ses événements historiques et dans sa conscience a résonné l’écho d’un débat politique houleux avec tous ses antagonismes ; un débat qui se confond, parfois, avec les préjugés et les positions prises à la hâte.


2016 (September)

Eine eingehende, jetzt in zweiter Auflage erschienene Untersuchung des Verhältnisses von Staat, Gesellschaft, Islam und Islamismus in Marokko bietet das Buch von

Mohammed Khallouk
Islamischer Fundamentalismus vor den Toren Europas: Marokko zwischen Rückfall ins Mittelalter und westlicher Modernität.

Springer VS, 2. Auflage 2016, Taschenbuch 376 S.

Anders, als es der Titel vielleicht suggeriert, ist das Buch eine gelassene Analyse von Möglichkeiten Marokkos, zwischen staatlichen und religiösen Ordnungen einen Weg zu gesellschaftlich-kulturell adäquater Modernisierung zu finden sowie der Zugänge, über die westlich geprägte Sozial- und Politikwissenschaft versucht, Grundlagen und Entwicklung dieser Bemühung zu erfassen.

Prof. Khalouk ist Vizepräsident des Zentralrats der Muslime in Deutschland und Korrespondent der Stiftung WEM eV.


 


2016 (Juni)

IEMed Yearbook 2015

Das Jahrbuch, herausgegeben vom renommierten Institut Europeo de la Mediterrània (IEMed) in Barcelona, ist eine herausragende Quelle für gegenwartsbezogene Studien zum Euro-Mediterranen Raum. Man kann das Jahrbuch auch online lesen.

Es enthält Leitaufsätze (‚Keys‘) zu den Themen ‚Krise und neue Agenda der arabischen Staaten‘, ‚Jijadismus und Gewalt in der Arabischen Welt‘, ‚Geopolitische Veränderungen im Mittelmeerraum und am Golf‘.

Das folgende ‚Dossier‘ ‚Barcelona +20‘ befasst sich mit den 20 Jahren Barcelona-Prozess im Augenblick massiver Herausforderungen an die im Krisis-Modus befindliche euro-mediterrane Politik.

Das ‚Panorama‘ befasst sich mit den Mittelmeerländern der EU, mit dem Westbalkan, dem Maghreb, dem Nahen Osten und der Türkei, der Euro-Mediterranen Partnerschaft sowie anderen Akteuren.

Die abschließende Abteilung ‚Strategic Sectors‘ umfasst die Themen ‚Sicherheit und Politik‘, ‚Wirtschaft und Territorien‘ sowie ‚Kultur und Gesellschaft.


2016 (Juni)

Yamina Bettahar & Bernd Thum (éditeurs/ Hrsg.):
Circulations et échanges dans l’espace euro-méditerranéen (XVIIIe-XXIe siècles)

Zirkulation und Austausch im euro-mediterranen Raum (18.-21. Jahrhundert)

Paris: éditions kimé 2016 (= Philosphia Scientiae Vol 20, Cahier 2), 197 pp (ISBN 978-2-84174-751-1)

online – en ligne (Cairn)

Le contenu de ce dossier, des contributions en français et en allemand, correspond de façon scientifique aux objectifs de notre Fondation . Parmi les auteurs il y a plusieurs membres de la Fondation WEM.

Der Inhalt der zweisprachigen Publikation, mit Beiträgen in Französisch und in Deutsch, entspricht in wissenschaftlicher Form den Zielen der Stiftung WEM e.V.. Mehrere Mitglieder haben mitgeschrieben.

« [Ce dossier] contient des contributions d’auteurs du Nord et du Sud de la Méditerranée […] A travers ce dossier thématique, les contributeurs tentent de proposer une vision renouvelée de ces échanges et de leurs héritages. Plus précisément, il s’agit d’une part de revisiter les lignes de force qui ont structuré les évolutions socio-historiques de cet espace, sous l’angle de nouvelles problématiques qui redéfinissent, par exemple, le concept de culture, et qui représentent ces évolutions à a lumière des récents événements. D’autre part, ce dossier examine la perception réciproque que l’Orient et l‘Occident ont l’un de l’autre, pour aborder ensuite les différents formes d’appropriations collectives et les nouvelles préoccupations qui tentent à se structurer autour d’un espace partagé de la connaissance et des savoirs. » (extrait de l’Introduction, p. 6)

„[Dieser Band] enthält Beiträge von Autoren aus dem Norden wie aus dem Süden. Die Beiträger schlagen eine neue Sicht auf die Austauschprozesse und ihr Erbe vor. Genauer, es handelt sich einerseits um eine Neuüberprüfung der Kraftlinien, die der gesellschaftsgeschichtlichen Entwicklung im euro-mediterranen Raum ihre Strukturen gegeben haben; und zwar erfolgt dies unter dem Blickwinkel neuer Problematiken, die sowohl auf Neudefinitionen hindrängen, zum Beispiel eine Neudefinition des Konzepts von Kultur, als auch die Entwicklung im Lichte jüngerer Ereignisse beleuchten. Andererseits hilft der Band auch, die wechselseitige Wahrnehmung von Orient und Okzident zu überprüfen, um dann die verschiedenen Formen kollektiver Aneignung zu behandeln, unter Berücksichtigung der neuen Sorgen, die sich um einen Raum geteilten Wissens herum bilden.“ (aus der Einführung, S. 6)

‘Philosophia Scientiae’ est une revue scientifique évaluée par des pairs, publiée par le Laboratoire d’Histoire des Sciences et de Philosophie – Archives Henri-Poincaré, Université de Lorraine (Nancy) – CNRS.

‘Philosophia Scientiae’ ist eine referierte wissenschaftliche Zeitschrift, die vom Laboratoire d’Histoire des Sciences et de Philosophie – Archives Henri-Poincaré, Université de Lorraine (Nancy) – CNRS herausgegeben wird.

Le bureau directeur de la Fondation WEM remercie Dr Yamina Bettahar (Nancy) pour son initiative. Elle a assumé l’essentiel de la rédaction. Un grand merci également à la rédaction de ‚Philosophia Scientiae‘.

Der Vorstand der Stiftung WEM dankt Frau Prof. Yamina Bettahar für ihre Initiative. Sie hat die Hauptlast der Redaktion getragen. Dank auch an die Redaktion von ‚Philosophia Scientiae‘.

 


Professor Mohieddine Hadhri (Tunis), Vorstandsmitglied der Stiftung WEM, macht auf folgende Publikation aufmerksam (es handelt sich um den ersten Band einer neuen mediterranistischen Buchreihe, siehe unten):

Benguerna, M. & Mangone, E. (Eds.):   Beyond the Borders.
The Mediterranean between Cultures, Migrations and Life-world.

Fisciano, Italy: ICSR Mediterranean Knowledge 2016

Contents
Introduction. What Challenges for the Future?
Mohamed Benguerna and Emiliana Mangone

Adult Age of Cooperation: Elements for a Debate
Mohamed Benguerna

Part I – Mediterranean and Cultures
The Us/Them Encounter: The Mediterranean between Land and Sea Borders
Emiliana Mangone

Multicultural Citizenship Needs a Relational Semantics of Borders
Pierpaolo Donati

The Mediterranean Legacy for the Future of Europe
Andrea Salvatore Antonio Barbieri

Part II – Mediterranean and Migrations
The Challenge of Migration in the Mediterranean and the European Union’s response
Roberto Cortinovis

Mediterranean, Migrations and Communities:
What Are the Challenges for Social Policies?
Folco Cimagalli
Part III – Mediterranean and “Life-world”
Boundaries among Genders in the Mediterranean Area: Between Reality and Imagination
Giuseppe Masullo

Museum Displays and their Contemporary Sociological Resonance
Carmel Borg and Peter Mayo

Tactics or Strategies? The Governance of Early School Leaving in Naples and Albacete
Anna Milione

Das Buch ist der erste Band eine neuen mediterranistischen Reihe:

Mediterranean, Knowledge, Culture and Heritage

Book Series edited by
Giuseppe D’Angelo and Emiliana Mangone

The Book Series, published in electronic open access, shall be a
permanent platform of discussion and comparison, experimentation
and dissemination, promoting the achievement of methodological
action-research goals, in order to enforce the development of the
territories and of the local and European identities, starting from
the cultural heritage and from the Mediterranean Area. All the
research work revolves around three key topics:

Mediterranean: The knowledge and cultural values of southern
Europe and the Mediterranean Area may represent the strategic
elements to overcome the current crisis in Europe, to the point of
becoming a stimulus for the review of policies.

Knowledge: Language, history, tradition and art have always
conveyed dialogic relations and interpersonal relationships within
societies, founding on otherness the peculiarities understood as
knowledge development, processes, sedimentation and
transformation. What becomes peculiar is the „knowledge“ as the
achievement of an advantage derived from the possession of
unique and inimitable knowledge.

Culture and Heritage: Culture, understood as its cultural heritage, is
proposed as one of the privileged areas of the „new economy“. In
fact, the encounter between culture and territory represents one of
the most valuable opportunities for development.
Each manuscript submitted in English will be subject to double-blind
peer reviewing.

Band 2 ist dem Thema „Interculturality“ gewidmet. Deadline 31. Juli 2016


2016 (April)

Michael Borgolte und Nikolas Jaspert (Hrsg.):
Maritimes Mittelalter.
Meere als Kommunikationsräume.

Ostfildern: Jan Thorbecke Verlag 2016 – 348 Seiten mit 22 Abbildungen

Der Band bietet mit Studien zu europäischen Binnengewässern (Nord- und Ostsee, Schwarzem Meer) und zu interkontinentalen Meeren (Mittelmeer, Atlantik und Indik) Wegweisendes aus mediävistischer, skandinavistischer, islamwissenschaftlicher und indologischer Perspektive. Die in den Beiträgen zum Ausdruck kommende Umkehrung der gebräuchlichen »terrestrischen« Perspektive trägt dazu bei, der Mittelalterforschung ungewohnte Einblicke zu öffnen.

Prof. Nikolas Jaspert ist Korrespondent der Stiftung WEM.

This volume comprises articles on European seas (the North Sea, the Baltic, the Black Sea) as well as on intercontinental seascapes such as the Mediterranean, the Atlantic and the Indian Ocean. They present important new contributions from the perspective of Scandinavian, Islamic, Indian and Medieval Studies. This collection will point out new paths of research, not the least due to a change in perspective – from a terrestrial to a maritime point of view – that provides unusual insights.


2016 (März)

Rachid Boutayeb
German Dream – Oder die islamische Mission in Frankfurt am Main
Eine philosophische Satire

Aschaffenburg: Alibri Verlag 2016, 90 S.
„Rachid Boutayebs Satire spielt in einem Frankfurter Bordell. Dort treffen sich die Eingewanderten und hängen ihren Träumen nach über ein Land, das ihnen bestenfalls einen Ausweis, aber kein Zuhause gibt. Sie alle suchen nach einem Durchlass in den „verschwiegenen Mauern“, durch die sich die deutsche Gesellschaft abschottet. Doch so typisch sich ihre Erfahrungen mit Ausgrenzung und Abschiebung darstellen, so wenig entsprechen ihre Auffassungen von Gott und der Welt den gepflegten Klischees über Migranten aus islamischen Ländern.“ (Alibri Verlag)

Rachid Boutayeb, geboren in Marokko, lebt in Berlin. Er ist ein scharfsichtiger Beobachter gesellschaftlicher und kultureller Traditionen und Entwicklungen in Europa und in der islamisch geprägten Welt. Weitere Werke: ‚Der eifersüchtige Gott‘, zusammen mit Michael Roes (2013), und ‚Orgasmus und Gewalt‘ (2014) sowie Essays in ‚Lettre international‘ und anderen Zeitschriften. Boutayeb ist Mitglied der Stiftung WEM.


2016 (März)

Sarhan Dhouib (Hg.)
Gerechtigkeit in transkultureller Perspektive

Weilserswist: Velbrück Wissenschaft 2016, 340 Seiten, br.

Transkulturalität, Gerechtigkeit, Menschenrechte sind Leittehmen im Werk von WEM-Mitglied Sarhan Dhouib. Der Autor, Tunesier, ist Philosphieprofessor an der Universität Kassel und Mitglied der Stiftung WEM.

Zu diesem Buch:
„Die Frage nach der Gerechtigkeit stellt sich auf eine besondere und dringliche Weise in einer Phase der Postdiktatur oder nach massiven Menschenrechtsverletzungen, wie wir sie gegenwärtig in einigen arabischen Ländern erleben. Sie stellt sich zudem verschärft in einer global vernetzten Welt, in der selbst auf lokaler Ebene internationale Interessenskonflikte ausgetragen werden.
Der vorliegende Sammelband – entstanden in einer deutsch-arabischen Zusammenarbeit und angelegt nach einem dialogischen Textprinzip – widmet sich der brisanten Thematik der Gerechtigkeit auf nationaler wie internationaler Ebene, im Bestreben, eine transkulturelle Perspektive gerechter Konfliktregelung zu entwickeln.“ (Velbrück Verlag).

Inhaltsverzeichnis


 


 


2014/ 2015

Euromed-MemoriaCarte
Eine virtuelle Landkarte euro-mediterraner Erinnerungsorte

www.euromed-memoriacarte.de
En français: www.euromed-memoriacarte.de/fr/
En arabe/ Arabisch: www.euromed-memoriacarte.de/ar/

Stand: November 2014

Die Euro-Med MemoriaCarte, die virtuelle Landkarte euro-mediterraner Erinnerungsorte, ist ein Projekt der Stiftung Wissensraum Europa-Mittelmeer (WEM) e.V.. Die Landkarte macht Orte eines gemeinsamen euro-mediterranen Erbes mit ihren jeweiligen kulturspezifischen Erinnerungen sichtbar, und zwar im Handlungsraum der Stiftung ‚von Dublin bis Damaskus, vom Niger zum Nordkap’. Hinter jedem der Orte verbirgt sich ein kulturwissenschaftlich orientierter Beitrag zur Geschichte sowie zu den Imaginationen und Narrativen, die den Ort umgeben. An den Orten, die für die Karte ausgewählt wurden, überlappen und verdichten sich jeweils die Erinnerungen verschiedener Kulturen des euro-mediterranen Großraums. In der MemoriaCarte geht es nur um topographische Orte. Gelegentlich sind diese auch als ‚Transversalen‘ miteinander verbunden und werden gemeinsam vorgestellt. Wenn Orte einen bedeutenden Bezug zum Leben und Werk bestimmter Persönlichkeiten, zu bestimmten Büchern, Bau- oder Kunstwerken haben, ist dies auf der Landkarte berücksichtigt.

Die Stiftung hat ein Grundprinzip, das auch in der Karte deutlich zum Ausdruck kommt: Statt einer objektivistischen Erforschung des „Anderen“ ist die Stiftung durch ihr wertvolles Netzwerk von Wissenschaftlern aus dem erweiterten Mittelmeerraum in der Lage, der Vielstimmigkeit der Akteure Gehör zu verschaffen. Auf der Karte stehen gleichberechtigt unterschiedliche Sichtweisen auf das kulturelle Erbe nebeneinander. Der Button „Die andere Seite“ über dem jeweiligen Artikel versinnbildlicht dieses Prinzip: Dahinter verbirgt sich ein begleitender Artikel, der eine ergänzende Sichtweise eines Autoren des jeweils gegenüberliegenden Ufers des Mittelmeers darstellt. Anstelle des Versuchs einer Vereinheitlichung bleiben die unterschiedlichen Sehweisen auf das gemeinsame und doch differente Kulturerbe also nebeneinander stehen, können aber auch aufeinander bezogen und wechselseitig kommentiert werden.

Möglich wurde die Karte durch eine Anschubförderung, die von der Allianz Kulturstiftung, Berlin, gewährt wurde.

Ein ‚Work in progress

Seit dem 1. Dezember 2014 ist die MemoriaCarte online zugänglich. Das große Projekt einer Landkarte des gemeinsamen euro-mediterranen Erbes ist nun im Entstehensprozess öffentlich mitzuverfolgen. In ihrer derzeitigen Form handelt es sich um einen Prototypen, an dessen Form und Inhalt stetig gearbeitet wird und der zum Ziel hat, offen zu bleiben für ergänzende Entdeckungen euro-mediterraner Orte. Interessierte Nutzer sind eingeladen, der Stiftung Wissensraum Europa-Mittelmeer (WEM) e.V. Orte vorzuschlagen, die als Erinnerungsorte dazu beitragen können, das Ineinanderwirken der Kulturen im erweiterten Mittelmeerraum von ‚Dublin bis Damaskus, vom Niger bis zum Nordkap‘ stärker bewusst zu machen. Die Vorschläge sollten jeweils kurz begründet werden.

Prof. Dr. Bernd Thum
Präsident der Stiftung Wissensraum Europa Mittelmeer (WEM) e.V.

Prof. Thum hat die MemoriaCarte am 21. November 2014 in Amalfi auf einem Studientag zum Thema „Amalfi Trecentesca nello Spazio Mediterraneo“ italienischen Historikern vorgestellt. Die Tagung wurde vom Centro di Cultura e Storia Amalfitana unter der Leitung seines Präsidenten Giuseppe Cobalto veranstaltet.


 

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