Personen/ Personnes

2017 (Februar)

Professor M’hammad Benaboud (Tetuan, Marokko) zum Korrespondenten der Real Academia Española (Königliche Akademie) in Madrid ernannt.

M’hammad Benaboud, Mitglied der Stiftung WEM e.V., ist ein international erfahrener, renommierter marokkanischer Historiker, herausragender Erforscher des islamisch geprägten Spaniens, Al-Andalûs, und Organisator zahlreicher wissenschaftlicher Konferenzen insbesondere im Rahmen des Wissenschafts- und Kulturaustauschs zwischen dem Maghreb und Spanien. Er hat in Amerika studiert, an der Universität Edinburgh, betreut von dem berühmten Orientalisten William Montgomery Watt, seinen PhD erworben, lehrte an der Universität Mohammed V in Rabat und zuletzt an der Universität Abdelmalek Essaâdi in Tanger/ Tetuan. Im Laufe seiner akademischen Laufbahn war Benboud war Gastprofessor in Madrid, Minnesota, Chicago, Lahore, Tokyo und Lima. Dort wurde er auch zum Honorarprofessor ernannt.

Benaboud ist nicht nur Forscher und akademischer Lehrer. Ihm und der von ihm als Präsident bzw. Generalsekretär geführten Tetouan Asmir Association ist es zu verdanken, dass es in Tetuan eine starke Bewegung zum Schutz des kulturellen Erbes gibt, die das architektonische Erbe pflegt, selbst Erinnerungsorte schafft und das historische und kulturelle Wissen erweitert.

Die Real Academia ist die „maßgebliche Institution für die Pflege der spanischen Sprache“.


2016

Prof. Mohieddine Hadhri (Tunis) – langfristig für die UNESCO tätig

Seit zehn Jahren, seit Gründung des International Scientific Committee for the UNESCO History Project, ist Professor Dr. Mohieddine Hadhri (Tunis) Mitglied dieses Gremiums.

Das 2005 durch den Generalsekretär der Vereinten Nationen ins Leben gerufene Geschichtsprojekt (History Project) der UNESCO befasst sich mit der Geschichte dieser Organisation, insbesondere mit den sie prägenden Ideen und Werten. Dabei liegt der Schwerpunkt eher auf den Sehweisen von Akteuren außerhalb der großen Zentren.

Prof. Hadhri, Historiker an der Universität La Manouba/Tunis, ist Vorstandsmitglied der Stiftung WEM e.V.


2016

Mohammed Khallouk zum Stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) gewählt

Professor Khallouk, Politik- und Islamwissenschaftler mit herkunftsbedingten Verbindungen zu Marokko, ist Korrespondent der Stiftung WEM. Für die Selbstverständigung von Muslimen in Deutschland und bei der Klärung ihres Verhältnisses zu Gesellschaft und Staat, zu Kulturen und Religionen hat er in Wissenschaft und Publizistik eine Rolle übernommen, die beachtet werden sollte.

2016 wurde er als ZMD-Vertreter auch in den inzwischen neu konstituierten konfessionellen Beirat für Islamische Theologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster entsandt. 2014/ 2015 nahm Khallouk die Gelegenheit wahr, in der Position eines Associated Professor am College of Sharia and Islamic Studies der Qatar University in Doha akademische und gesellschaftliche Verhältnisse in einem Golfstaat kennen zu lernen. Khallouk lehrte dort Islamic Culture und Islamic Institutions.

Er ist Mitbegründer und Vorsitzender des Vereins Double Critique e.V. in Marburg, der dem kritischen interkulturellen und interreligiösen Dialog durch gelegentlich notwendige Kritik auch an eigenen Positionen mehr Authentizität und Seriosität zu geben versucht.


Juni 2016

Sarhan Dhouib (Kassel)
Philosophie als Befreiung von diktatorischen Verhältnissen
Interview mit Sarhan Dhouib von Kata Moser und Roman Seidel

In: SGMOIK 42 (2016), S. 32.35

Nach Studien in Sfax (Tunesien) und an der Sorbonne in Paris promovierte WEM-Mitglied Prof. Sarhan Dhouib 2008 an der Universität Bremen in Philosophie unter der Doppelbetreuung durch Jörg Sandkühler und Fathi Triki (Tunis). Derzeit ist er an der Universität Kassel tätig. Seine Themen sind gegenwärtig die arabische politische Philosophie, der Toleranzbegriff und die Menschenrechte in transkultureller Perspektive.

Das Interview ermöglicht erhellende Einblicke in das anspruchsvolle Philosophiestudium in Tunesien vor der Revolution, die Repressionen, denen begabte Studenten durch das Regime ausgesetzt waren, die philosophiegeschichtlichen Orientierungen Dhouibs zwischen arabisch-islamischer und europäische Philosophie, die verbreitete Unkenntnis, ja das Desinteresse an den geistigen Bewegungen der arabischen Moderne, „in der Aufklärung, Selbstkritik, Freiheit, Wissenstransfer und gemeinsame Werte im Vordergrund stehen“, zugunsten des islamischen Fundamentalismus, „der an allen Ecken eine Besprechung“ findet, und schließlich die entscheidende Rolle der Übersetzung: „Die Übersetzung ist in der Philosophie keine instrumentelle, sondern eine schöpferische Aufgabe“.


März 2016

Prof. Dr. Bakary Sambe (Saint-Louis und Dakar, Senegal) wurde zum Berater beim Sondergesandten des UN-Generalsekretärs für den Sahel ernannt. Sambe ist Gründungsmitglied und im Vorstand der Stiftung WEM.


Februar 2016

Bakary Sambe, ein Afrikaner mit Einfluss

Prof. Bakary Sambe, Universität Gaston Berger, Saint-Louis (Senegal), Gründungs- und Vorstandsmitglied der Stiftung WEM e.V., wird von der Zeitschrift New African Magazine (Januar/ Februar 2016) in der Kategorie „Wissenschaft und Hochschule“ zu den „100 einflussreichen Afrikanern“ gezählt. Er gilt als einer der „besten Experten für das Thema Radikalisierung und transnationale Phänomene“ in der öffentlichen Diskussion im Senegal sowie darüber hinaus in Afrika.

„Recherche et Innovation : Dr. Bakary SAMBE de l’Université Gaston Berger, désigné « un des meilleurs experts de la radicalisation et des phénomènes transnationaux dans le Sahel » par New African Magazine

Figurant parmi les « 100 Africains influents » d’après le dernier numéro de New African Magazine- Le Magazine de l’Afrique (Jan-Fév 2016), Bakary Sambe est classé dans la catégorie « Sciences et milieux académiques » pour la portée de ses travaux de recherche et de leur influence dans le débat public au Sénégal et en Afrique, aux côtés d’Elikia M’bokolo (RDC), Jean-Louis Atangana Amougou (Cameroun), Karim Sy (Mali) et Michel Goeh-Akue (Togo).“ (Dakaractu, Dakar)

Genaueres zur Arbeit von Bakary Sambe aus afrikanischer Sicht in:

Unter den 100 einflussreichsten Afrikanern: Der Senegalese Bakary Sambe (Universität Gaston Berger)

In: xalima.com, Dakar, Februar 2016

Le Sénégalais Bakary Sambe (UGB) parmi les 100 personnalités africaines les plus influantes (New African Magazine)

xalima.com, Dakar, fev 2016


Januar/ Mai 2015

François de Bernard, Präsident des GERM (Groupe d’Etudes et de Recherches sur les Mondialisations (GERM), Tournefeuille, Frankreich), zum digitalisierten und zum ‚post-digitalen‘ Menschen im Zeitalter allgemeiner Überwachung

François de Bernard, Mitglied der Stiftung WEM e.V., ist Philosoph und unabhängiger Consultant. Seine neue Publikation, der Essai L’Homme post-numérique. Face à la société de surveillance générale, mit einem Vorwort von Federico Mayor Zaragoza, dem ehemaligen Generaldirektor der UNESCO, erschienen 2015 bei den Editions Yves Michel, Gap, fragt nach den politisch-anthropologischen Folgen (und Absichten) der umfassenden Digitalisierung, die Menschen und ganze Gesellschaften heute erleben. Die Schrift enthält zugleich Vorschläge, wie man sich bedrohter individueller und bürgerschaftlicher Rechte wieder versichern kann.

„L’état inquétant du monde actuel et son rapport au munérique sont peu pensés sous l’angle de leurs liens les plus profonds. C’est que la partition des cerveaux, comme celle des ordinateurs, fonctionne bien: elle permet au projet despotique de se poursuivre avec une rigueur exceptionnelle […L’auteur] propose de contourner le piège historique que nous avons forgé, en désignant les voies possibles de la réstistance citoyenne et en esquissant le projet d’un homme post-numérique“ (Extrait du résumé de l’èditeur).


11. August 2014/ 2015

Dr. Mohamed Khallouk Professor for Islamic Studies in Doha

Mohamed Khallouk, Politologe, Islamwissenschaftler und Publizist, ist als Associate Professor für Islamische Studien an die Qatar University berufen worden und wird am 31. August 2014 dort seine Tätigkeit aufnehmen. Er gehört zu den Freunden der Stiftung WEM e.V.

Seit 1997 lebt Mohammed Khallouk – aus Marokko stammend – in Deutschland. Im Oktober 2012 wurde Khallouk als Repräsentant des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) in den damals neu entstehenden Beirat für Islamische Theologie an der Universität Münster gewählt. Er ist Autor des Buchs ‚In Deutschland angekommen. Marburg‘ (Rimbaud Verlag 2013). Dort beschreibt er aus Marburger Perspektive seine Begegnungen und Erfahrungen mit Deutschen und deutschen Kulturverhältnissen. Seine Meinung ist – dies ist dem Buch zu entnehmen – „dass trotz der zweifellos vorhandenen kulturell-religiösen Divergenzen zwischen Abend- und Morgenland in unseren menschlichen Bedürfnissen und Sehnsüchten die Gemeinsamkeiten überwiegen.“ Dies hat er auch in einem differenzierenden Beitrag für die ‚Jüdische Zeitung‘ zum Ausdruck gebracht: ‚Reise nach Jerusalem‘ (Januar 2014). S. auch sein neues Buch ‚Salam Jerusalem (2015).

 

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