Bibliografie/ Bibliographie

2015

Katrin Gebhardt-Fuchs:
Das Ich – ein zweites Selbst.
Interkulturelle und ethnographische Selbstbeschreibung am Beispiel des Romans ,Die weiße Festung’ von Orhan Pamuk.

Würzburg: Verlag Königshausen & Neumann 2015, 202 S. (ISBN 978-3-8260-5738-0)

„Kulturanthropologische Forschungen und ethnographische Darstellungsformen von Kulturen brachten ein neues, kulturwissenschaftlich erweitertes Verständnis von Literatur hervor. Sie wird selbst als Medium kultureller Darstellung und Selbstauslegung aufgefasst. Im Rahmen einer kulturwissenschaftlich ausgerichteten Literaturwissenschaft werden daher literarischen Texten Formen der kulturellen Wahrnehmung und Selbstthematisierung zugedacht. Die vorliegende Studie setzt an dem Begriff der Selbstthematisierung an und untersucht interkulturelle Literatur sowohl im Hinblick auf die Entfaltung einer interkulturellen Selbstbeschreibungsdimension von Gesellschaft als auch auf eine Identitätskonstruktion des Selbst, das sich aus unterschiedlichen Kulturen konstituiert.“ (Verlag)
Die Arbeit, zugleich eine Dissertation am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), wurde von Prof. Bernd Thum betreut.


2014

Diana Pachur:
Literarische Brücken in die ‚arabische Welt‘.
Europäische Identität, arabische Alterität und Interkulturalität bei Michael Roes, Ilja Trojanow und Stefan Weidner.

Phil. Diss Karlsruher Institut für Technologie (KIT) 2014, 238 S.

Online – Open access

„Gehört es zu den Zielen der Texte und sind die in ihnen enthaltenen literarischen Entwürfe dazu in der Lage, den Rezipienten zu einer kritischen Inaugenscheinnahme verallgemeinernder Behauptungen über ‚das Arabische‘ zu befähigen oder tragen sie zur Verfestigung althergebrachter Utopien und Vorurteile bei? Welche Optionen einer wechselseitigen Annäherung werden entworfen und in welcher Form setzen sich die Texte mit der eigenen und der anderen Kultur auseinander? Welche Möglichkeiten und Grenzen setzen die literarischen Entwürfe ins Bild, jenseits tradierter, orientalistischer Vorstellungen mit arabisch-islamischer Andersheit in Kontakt zu treten? Zielen die Texte darauf ab und sind sie geeignet, das Reflexionsvermögen des Rezipienten hinsichtlich des Geprägtseins eigener Denkstrukturen und Anschauungsweisen zu stärken und ihn für andere Blickrichtungen und Lebensformen zu öffnen?“ (aus der Zusammenfassung der Diss.)

Die Arbeit wurde von Prof. Bernd Thum betreut.


2013 ff.

Ein bedeutendes wissenschaftliches Forum für die Erforschung des euro-mediterranen Raums ist die Buchreihe

Mittelmeerstudien.

Herausgegeben von Mihran Dabag, Nikolas Jaspert und Achim Lichtenberger.
Fink-Verlag in Kooperation mit dem Ferdinand Schönigh Verlag.
In der Reihe erscheint unter anderem das für die Konturierung des Arbeitsfelds historischer, kultur- und sozialwissenschaftlicher Mittelmeer-Forschung wichtige „Handbuch der Mediterranistik. Systematische Mittelmeerforschung und disziplinäre Zugänge“ (1. Aufl. 2015).

Der jüngste Band „New Horizons. Mediterranean Research in the 21st Century“, herausgegeben von Mihran Dabag, Dieter Haller, Nikolas Jaspert und Achim Lichtenberger, 2016, behandelt ebenfalls zentrale Fragen einer neuen Mittelalterforschung.

„Das Mittelmeer eint und trennt zugleich – Menschen, Kontinente, Religionen, Kulturen, politische Systeme und Wirtschaftsräume. Die Reihe MMS bietet eine Plattform, um Deutungen des Mittelmeerraums und dessen gegenwärtige Entwicklungen zu untersuchen sowie die Geschichte dieser Großregion von der Antike bis in die Gegenwart zu analysieren.

Das Themenspektrum reicht von Migrations- und Siedlungsprozessen über das Wirken sozialer Netzwerke bis hin zur Konstruktion mediterraner Imaginationen und zu den Bedingungsfaktoren und Ausprägungen politischer Herrschaft. Die vom »Zentrum für Mittelmeerstudien« an der Ruhr-Universität Bochum herausgegebene Reihe trägt damit den Besonderheiten eines
Raumes Rechnung, der auch ein großes Potenzial für die Regionalforschung bereithält.“ (Verlagswebsite).


(2017 – 1997)

Prof. Mohieddine Hadhri, Historiker an der Universität La Manouba/ Tunis und Mitglied des wissenschaftlichen Komitees ‚Geschichte der UNESCO‘, ist Vorstandsmitglied der Stiftung Wissensraum Europa-Mittelmeer (WEM). Von ihm gegründet wurde das Centre d’Etudes Méditerranéennes et Internationales in Tunis. Schon 1996, ein Jahr nach der Barcelona-Konferenz und dem Start des nach dieser benannten euro-mediterranen Projekts veranstaltete Hadhri in der tunesischen Oasenstadt Touzeur eine internationale Konferenz zum Dialog der Kulturen im Mittelmeerraum. Die Teilnehmer kamen aus Tunesien, dem Libanon, aus Spanien, Griechenland, Italien und Frankreich. 1997 wurden die Beiträge in einem Sammelband veröffentlicht:

Mohieddine Hadhri
Dialogue de Civilisations en Méditerranée.
Première Rencontre Internationale de Dialogue Culture Nord-Sud, Touzeur 12-15 Novembre 1996

Centre d’Etudes Méditerranéennes et Internationale (CETIMA), L’Or du Temps, Tunis 1997

In seinem Vorwort hebt Hadhri hervor, dass die Konferenz eine Initiative des ‚Südens‘ war. Es gehe nicht nur um die Erforschung und Bewertung der Vergangenheit, sondern um Fragen der Zukunft. „Die große Herausforderung für die Völker am Mittelmeer und in Europa am Ende des 20. Jahrhunderts besteht darin, ihr jeweiliges kulturelles Erbe mit dem bedrängenden Phänomen der Globalisierung zu synchronisieren, um so die Chancen eines mit sich selbst und seiner nahen und fernen Vergangenheit versöhnten Mittelmeerraums zu wahren.“

Hauptthema des Bandes ist ‚Das Mittelmeer als Wiege der Kulturen‘. Die einzelnen Beiträge haben von ihrer Aktualität nichts eingebüßt:

Das Mittelmeer als Wiege der Zivilisationen – Das Mittelmeer und die Herausforderungen im Nord-Süd-Verhältnis – Das Mittelmeer, Kulturgrenze oder Föderalismus der Völker – Tunesien und das Mittelmeer – Mittelmeerische Kulturen/ Mittelmeerische Kultur – Das Mittelmeer, vom Norden aus gesehen – Europa und die Problematik des Islam – Der interkulturelle Mittelmeerdialog im Kontext einer neuen Lage – Kulturelle Dimensionen des Nord/Süd-Dialoges – Toleranz zwischen Islam und Christentum – Ort und Ambition des Kulturdialogs in der euro-mediterranen Partnerschaft – Kulturelle Zusammenarbeit im Mittelmeerraum – Das Museum im Dienste des euro-mediterranen Kulturdialogs.

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